Stromverbrauch 2020 wegen Pandemie um 2,6% gesunken

In einer Medienmitteilung informiert das BFE über den Stromverbrauch und die Stromerzeugung im Jahr 2020. Im letzten Jahr lag der Stromverbrauch in der Schweiz um 2.6% unter dem Niveau des Vorjahres. Der Landesverbrauch lag 2020 bei 59,9 Mrd. kWh. Nach Abzug der Übertragungs- und Verteilverluste von 4,2 Mrd. kWh ergibt sich ein Stromverbrauch von 55,7 Mrd. kWh. Das sind 1,5 Mrd. kWh (entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 296‘800 Haushalten) weniger als 2019 (57,2 Mrd. kWh). Neben den Auswirkungen der Lockdowns wirkten 2020 auch die Wirtschaftsentwicklung, die Witterung sowie Effizienzsteigerungen verbrauchssenkend. Leicht verbrauchssteigernd wirkte hingegen die Bevölkerungsentwicklung.

Gemäss Angaben des SECO wirkte sich die zweite Corona-Welle deutlich weniger auf die Wirtschaft aus als die erste im Frühjahr (das zeigen auch die quartalsweisen Veränderungsraten des Stromverbrauchs). Besonders der Dienstleistungssektor (z.B. Gastgewerbe, Freizeit, Kunst, Unterhaltung, Erholung, Transport) war über das ganze Jahr betrachtet stark von den Pandemiemassnahmen betroffen.

Die Elektrizitätsproduktion (Landeserzeugung) sank 2020 um 2,7% auf 69,9 Mrd. kWh (2019: 71,9 Mrd. kWh). Nach Abzug des Verbrauchs der Speicherpumpen von 4,4 Mrd. kWh ergibt sich eine Nettoerzeugung von 65,5 Mrd. kWh. Die Wasserkraftanlagen (Laufkraftwerke und Speicherkraftwerke) produzierten 0,1% mehr Elektrizität als im Vorjahr (Laufkraftwerke -0,3%, Speicherkraftwerke +0,5%). Im Sommer sank die Produktion der Wasserkraftwerke im Vergleich zum Vorjahr um 5,6% (Laufkraftwerke -2,4%, Speicherkraftwerke -8,5%), in den beiden Winterquartalen stieg die Produktion hingegen um 8,1% (Laufkraftwerke +3,2%, Speicherkraftwerke +11,2%).

Die Stromproduktion der vier schweizerischen Kernkraftwerke sank um 9,1% auf 23,0 Mrd. kWh (2019: 25,3 Mrd. kWh). Hinweis: Am 20. Dezember 2019 erfolgte nach 47 Betriebsjahren die Einstellung des Leistungsbetriebs des Kernkraftwerks Mühleberg, das 2019 noch rund 3,1 Mrd. kWh produziert hatte. Das Kernkraftwerk Gösgen stellte 2020 mit über 8,2 TWh einen neuen Produktionsrekord auf. 2020 lag die Verfügbarkeit des schweizerischen Kernkraftwerkparks bei 88,0% (2019: 86,9%).

An der gesamten Elektrizitätsproduktion waren die Wasserkraftwerke zu 58,1% (davon Laufkraftwerke 25,2%, Speicherkraftwerke 32,9%), die Kernkraftwerke zu 32,9% sowie die konventionell-thermischen und erneuerbaren Anlagen zu 9,0% beteiligt.

Bei physikalischen Importen von 27,0 Mrd. kWh und physikalischen Exporten von 32,6 Mrd. kWh ergab sich 2020 ein Exportüberschuss von 5,6 Mrd. kWh (2019: Exportüberschuss von 6,3 Mrd. kWh). Im ersten und im vierten Quartal (Winterquartale) importierte die Schweiz per Saldo 0,8 Mrd. kWh (2019: 1,4 Mrd. kWh), im zweiten und dritten Quartal exportierte sie per Saldo 6,4 Mrd. kWh (2019: 7,7 Mrd. kWh).

Der Erlös aus den handelsbasierten Stromexporten betrug gemäss den Angaben der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) 1’547 Mio. Franken (4,07 Rp./kWh). Für die handelsbasierten Stromimporte fielen Ausgaben von 1’254 Mio. Franken an (3,82 Rp./kWh). Somit ergab sich im Jahr 2020 für die Schweiz ein positiver Aussenhandelssaldo von 293 Mio. Franken (2019: positiver Aussenhandelssaldo von 399 Mio. Franken) [Quelle: EZV / swissimpex; Stand: 1.4.2021].

Quelle: Bundesamt für Energie, Medienmitteilung vom 16.4.2021

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